Samstag, 4. Juni 2011
des jours comme aujourd'hui
Die banalen Alltäglichkeiten. Die dicke Nachbarin, die man eigentlich nur hört, wenn ihr Lakai auf die Big-Ben-trällernde Klingel drückt um ihr die georderte Cola zu überreichen - oder wenn sie an der unseren Tür klingelt, um zu behaupten, sie hätte vor ein paar Tagen geputzt - nur, dass wir Bescheid wissen. Seltsam bloß, dass sich ihr Bemühen.. nein, ihre Taten!.. bislang gänzlich meiner Wahrnehmung entzogen haben - aber vielleicht ist solch elfengleiche Gestalt allzu leicht zu übersehen, wie sie so wischend über die Treppenstufen schwebt. Und die Klingel hat mittlerweile - sollte ich nun "glücklicherweise" sagen? - den Geist aufgegeben. Tada!

Die Katze, die auf dem Stuhl sitzt und mir dabei zuschaut, wie ich den Tisch schrubbe. Der Kater, der auf dem Bett liegt und mir dabei zuschaut, wie ich durch das Zimmer kehre. Oder morgens weckt, indem er seinen dicken Bauch auf den meinen plumpsen lässt, auffordernd schnurrt und so lange gekrault werden will, bis ihm vor lauter Selbstvergessenheit die Zunge aus dem Gesicht hängt. Private Post, die allzu lange unbeantwortet auf dem Schreibtisch liegt. Ein entzückender Mann, der seinen Fuß mal sieht, und dann wieder nicht. Einzeltermin um Einzeltermin, den es wahrzunehmen gilt und mich immer wieder aufs Neue nervös macht - sei es nun Vorstellungsgespräch, aus gegebenem Anlaß der bevorstehende Tag zum Probearbeiten oder lediglich der Zahnarzt.

Mein Bruder, der ein Video seiner "labernden Abrißbirne" verschickt und mich erstaunt zurücklässt, wie schnell die Kleine groß wird.
EHEC, das mir nicht die Tomate vom Brot nehmen wird.

Wenig zu sagen, aber viel zu denken und zu fühlen.
Und die Sonne scheint.