Dienstag, 5. Juli 2011
attache volante
Deine sorgfältig gezeichneten Lettern
Auf bloßem zwischen den
Finger knisterndem Papier
Das Lächeln zugeschickt
Und ein paar Worte

Mit denen ich einschlafen konnte

Auch wenn du nichts erwartet
Oder gekannt hast
Wusstest du

Zu treffen

Dich, im Halbdunkeln
Mich fragen, welche Worte
Zu wählen
Dass du nicht länger gehen willst
Sondern
Antwortest, und ein wenig
Bleibst

Bis wir beide verstanden haben

Was der andere in den
Himmel zeichnete

Wurde gleichgültig, als du den


Blick nicht mehr aufhobst



entretemps devenue
Nichts zu tun. Und zwischendurch die Frage, was wäre wenn... wenn wenn wenn. Gewesen wäre. Ich will nicht mehr den Kopf oben halten, nur weil es sich nun mal eben so gehört. Und mich aber auch nicht in ewigem Wehkl..- Wehgeschrei ergehen, denn auch das ist wenig konstruktiv.
Das Problem ist - Selbstaufgabe kann durchaus spannend anmuten, faszinierend und selbstvergessen sein: das Problem ist nur, dass der Stempel, der ein Fremder einem aufdrückt bestimmt, wo man final ankommt, und das ist nicht selten an einem absolut unangenehmen Ort.
Und vielleicht bin ich schon dort.

"Sie haben gelernt zu verschwinden."
"Nein, ich glaube nicht. Ich habe gebrüllt wie ein waidwundes Tier, anfangs."
"Und was war die Reaktion?"
" Es wurde nur noch lauter zurückgebrüllt."
"Sehen Sie."



Freitag, 1. Juli 2011
courageux?
Wenn man nur wütend hätte sein können. Wütend, oder stolz, auf jeden Fall beurteilungs-berechtigt. Entscheidungsberechtigt.
Ob man nun plakativ schreit, um lauter zu sein als all jene, die keine Schuld tragen - weil sie keine der Verletzungen und Überschreitungen bewusst vorgenommen haben.. oder im Begriff ist, bewusstlos und unsichtbar zu werden -
ist einerlei.

Wenn man nur wütend sein könnte. Und mutig genug, gewohnten Überlebensstrategien ins Gesicht zu spucken.



Samstag, 25. Juni 2011
penser à toi
Dass ich (an) dich denke. Und du nach wie vor da bist, kommentierend und mitfühlend, wiewohl ich mir im Grunde darüber im Klaren bin, dass auch für dich das Leben weitergeht; es inzwischen viel wichtigere, entscheidendere Dinge gibt.
Doch es ist - und bleibt - ein Ort gedanklicher Rückkehr, auch wenn diese nicht viele Antworten bietet.
Aktuell und vakant sind andere Dinge.

Die Frage ist, ob man darüber nachdenken und sie realisieren möchte. Ich könnte dir nicht mehr in die Augen schauen. Aber alleine der Gedanke an dich lenkt so unglaublich von allem Relevanten ab. Ich weiß nicht, ob ich dir jemals umgekehrt soviel bedeutet habe.

Tatsächlich ist das die Krux: Die Divergenz zwischen Ist und Signal. .. Wunsch?